Tennisarm

Tennisarm: Warum Pause allein nicht hilft

Von Nils Kämpfer · Juni 2026 · 4 Min. Lesezeit

Du hast eine Pause eingelegt, die Schiene getragen, vielleicht sogar eine Cortisonspritze bekommen. Und dann, kaum dass du wieder anfängst zu arbeiten oder Sport zu treiben — der Schmerz am Außenknorren des Ellenbogens ist wieder da. Vielleicht sogar schlimmer als vorher. Das ist das frustrierende Muster beim Tennisarm. Und es hat einen Grund: Die eigentliche Ursache wurde nie behandelt.


Was ist ein Tennisarm — und was nicht

Der medizinische Begriff ist Epicondylitis lateralis. Er beschreibt eine Reizung und Überlastung der Sehnenansätze am Außenknorren des Ellenbogens (Epicondylus lateralis humeri). Dort setzen die Muskeln an, die das Handgelenk und die Finger strecken — die Unterarmstrecker.

Der Name "Tennisarm" ist etwas irreführend: Die meisten Betroffenen spielen gar kein Tennis. Handwerker, Büroarbeiter, Musiker, Köche — wer regelmäßig greift, dreht oder am Computer tippt, kann einen Tennisarm entwickeln. Auch einseitige Bewegungen beim Sport, nicht nur im Tennis, führen dazu.

Typische Zeichen:


Warum Pause nicht reicht

Pause lindert den akuten Schmerz — das stimmt. Wenn du den Ellenbogen nicht belastest, nimmt die Reizung ab. Aber die Ursache bleibt vollständig bestehen. Sobald du wieder normal arbeitest oder trainierst, greift dieselbe Mechanik wieder — und der Schmerz kehrt zurück.

Was in den meisten Fällen wirklich hinter einem Tennisarm steckt:


Die häufigsten Fehler bei der Behandlung

Cortison — kurzfristig gut, langfristig riskant

Cortisonspritzen reduzieren die Entzündung am Sehnenansatz — das ist richtig und kurzfristig oft sehr wirksam. Viele Patienten berichten von deutlicher Besserung in den ersten Wochen. Das Problem: Nach drei bis sechs Monaten ist der Schmerz bei vielen wieder genauso stark wie vorher. Cortison behandelt das Symptom (Entzündung), nicht die Ursache (muskuläre Überspannung und Triggerpunkte). Wiederholte Spritzen schwächen zudem das Sehnengewebe.

Schiene — Ruhigstellung ohne Ursachenbehandlung

Ellenbogenbandagen und Unterarmschienen können im Alltag hilfreich sein, um Entlastung zu schaffen. Aber auch sie behandeln keine Triggerpunkte und lösen kein muskuläres Ungleichgewicht. Als alleinige Maßnahme führen sie zu Muskelschwäche durch Inaktivität — was den Tennisarm langfristig verschlechtert.

Massage am Ellenbogen

Viele bekommen eine Massage oder Querfriktionsbehandlung direkt am Ellenbogen. Das kann sinnvoll sein, ist aber nur ein Teil der Lösung — wenn überhaupt. Denn wenn die Triggerpunkte im Unterarm und Nacken nicht behandelt werden, kehrt die Zugspannung auf den Sehnenansatz sofort zurück.


Was wirklich hilft

Mein Ansatz beim Tennisarm ist immer derselbe: zuerst die gesamte Schmerzkette verstehen, dann die Ursache behandeln.

  1. Ursachensuche: Wo sitzen die Triggerpunkte? Sind es Unterarm, Nacken, Schulter — oder eine Kombination? Wie ist das muskuläre Gleichgewicht zwischen Beugern und Streckern?
  2. Triggerpunktbehandlung: Gezielter Druck auf die verhärteten Stellen im Unterarm und bei Bedarf auch im Nacken und in der Schulter. Die Triggerpunkttherapie reduziert die Zugspannung auf den Sehnenansatz direkt.
  3. Spezifische Übungen: Exzentrisches Training der Unterarmstrecker (kontrolliertes, langsames Absenken gegen Widerstand) hat sich in Studien als eine der wirksamsten Maßnahmen bei Sehnenreizungen erwiesen. Ich zeige dir, wie du das zuhause machst.
  4. Belastungssteuerung: Nicht einfach „Pause", sondern kluge Belastungsanpassung: Welche Bewegungen sind jetzt möglich, welche solltest du vorübergehend reduzieren — und wie steigerst du danach wieder?
Mein Hinweis: Wenn dein Ellenbogen stark geschwollen ist, du nach einem Sturz oder Trauma Schmerzen hast oder ein Knacken gespürt hast, geh bitte zuerst zum Arzt. Ein Riss der Sehne oder ein knöchernes Problem muss bildgebend ausgeschlossen werden, bevor du mit manueller Therapie anfängst.

Du leidest an einem Tennisarm, der trotz Pause und Schiene immer wiederkommt? Dann lass uns schauen, was wirklich dahinter steckt.

Schmerzen? Ich finde die Ursache.

Kostenloser Erst-Check — 10 Minuten, unverbindlich, per Telefon oder WhatsApp.

Jetzt Erst-Check buchen →
← Zurück zum Blog